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STANDORTFAKTOR: ARBEITSKRÄFTE

QUALIFIZIERTE MITARBEITER - EINE KNAPPE RESSOURCE?

Arbeitskraefte Gewerbegebiete deVielerorts werden händeringend Fachkräfte gesucht. Dabei sind die Anzahl, Motivation und Qualifikation der (potenziellen) Mitarbeiter entscheidende Erfolgfaktoren für ein Unternehmen. Umso wichtiger ist es also, sich bereits im Vorfeld einer Ansiedlungsentscheidung umfassend mit der künftigen Personalfrage auseinanderzusetzen. Denn es ist grundsätzlich möglich, Fachkräfte mit der entsprechenden Qualifikation zu finden: Aktuell kann von einem flächendeckenden Fachkräftemangel keine Rede sein.

 

 

URSACHEN FÜR DEN FACHKRÄFTEMANGEL

  • Fehlende Qualifikation - Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung knapp: Engpässe finden sich auf allen Qualifikationsebenen, jedoch hauptsächlich in technischen und Gesundheitsberufen. Es zeigt sich, dass die meisten Engpassberufe eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen. Darüber hinaus treten Engpässe auf in Berufen, die Fortbildungs- oder akademischen Abschluss erfordern.
  • Demografischer Wandel und der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter: Ein weiterer wesentlicher Grund für die Problematik der Arbeitskräfteknappheit ist sicherlich der demographische Wandel, da dieser einen Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 74 Jahren bedeutet.

STANDORTFAKTOR ERWERBSPOTENZIAL / ARBEITSKRÄFTE- UND FACHKRÄFTEVERFÜGBARKEIT

Der Begriff „Erwerbspersonenpotenzial“ beschreibt die Anzahl der Menschen, die dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland zur Verfügung stehen. Ihre Qualifikation und ihre Motivation entscheidet, genauso wie der Fachkräftemangel, maßgeblich darüber, wie sich die Wirtschaft in Zukunft entwickelt, und bildet einen der wichtigsten Standortfaktoren. Im internationalen Standortwettbewerb konnte Deutschland bisher mit einem breiten Angebot an gut ausgebildeten Arbeitskräften überzeugen. Aber auch hier wirken sich globale Entwicklungen wie die zunehmende internationale Arbeitsteiligkeit, die Digitalisierung, der demographische Wandel aber auch die Entwicklung der Flüchtlingsströme auf den Arbeitsmarkt aus, und ein Fachkräftemangel droht. Schon heute können viele Unternehmen offene Stellen nicht schnell genug besetzen. Zugleich steigen die Anforderungen vieler Organisationen an die Qualifikation ihrer Mitarbeiter. Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften wächst stark an und in einigen Branchen und Regionen macht sich bereits jetzt eine Fachkräfteknappheit bemerkbar.

Demographischer Wandel und fehlende Qualifikation sind Gründe für Fachkräftemangel

Angesichts der rund drei Millionen Arbeitslosen in Deutschland mag das verwundern. Dieses Ungleichgewicht ergibt sich einerseits durch Informations- und Suchdefizit. Hauptsächlich passen aber die Arbeitsnachfrage und das Arbeitsangebot auf dem deutschen Arbeitsmarkt nicht zusammen. Vor allem die Lücken bei der Qualifikation lassen sich häufig nicht kurzfristig schließen.

Ein weiterer wesentlicher Grund für die Problematik der Arbeitskräfteknappheit ist sicherlich der demographische Wandel, da dieser einen Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 74 Jahren bedeutet. „Ab etwa 2030 wird sich die Schrumpfung deutlich beschleunigen. Im Jahr 2060 könnte die Erwerbsbevölkerung trotz stetiger Zuwanderung aus dem Ausland lediglich 51 Millionen Personen groß sein – so klein wie zuletzt vor 1950.“ (1) Viele ländliche Regionen stehen vor besonderen Herausforderungen bei der Sicherung des Fachkräfteangebotes, weil junge Personen abwandern und ihre Erwerbsbevölkerung schrumpft. In Ballungsgebieten mit einer hohen Anzahl an Unternehmen wiederum konkurrieren diese um die Arbeitskräfte, die auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sind.

Investition in die ZukunftArbeitskraeftepotenzial.jpg

Unternehmen müssen mit Blick auf die Fachkräftesicherung und den Fachkräftemangel vorausschauend für die nächsten Jahre planen. Zwar kann noch nicht von einem generellen Fachkräftemangel gesprochen werden. In einzelnen Berufsgruppen und Regionen zeichnen sich die Engpässe am Arbeitsmarkt aber schon deutlich ab. Vermutlich werden sie sich auf weitere Wirtschaftsbereiche ausdehnen. Wenn nicht aktiv gegengesteuert wird, fehlt es in Zukunft besonders an jenen Fachkräften, die ein Motor für Wachstum und Wohlstand sind. Denn wenn Unternehmen nicht die passenden Arbeitskräfte für die Produktion ihrer Waren und Dienstleistungen finden, könnten negative Folgen für die betroffenen Unternehmen ebenso wie für die deutsche Volkswirtschaft drohen. Damit wäre das eingangs genannte kontinuierliche Wachstum durch den Fachkräftemangel gefährdet.

Lösungsmöglichkeiten: Zusammenarbeit aller Akteure nötig

Um die Anzahl an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, ist ein gemeinsames Handeln der unterschiedlichen Akteure nötig. Unternehmen, Bund und Länder müssen zusammenarbeiten, um dem Arbeitskräfte-Engpass entgegenzuwirken.

Dabei stehen zahlreiche Lösungsansätze zur Verfügung (2):

1. Reduzierung des Anteils von Schulabgängern ohne Schulabschluss
2. Frühzeitige Einblicke in den Praxisalltag für Schüler und Aufbau von Beziehungen
3. Unterstützung bei der Berufsorientierung
4. Reduzierung der Abbruchquote bei Ausbildungen
5. Studienabbruch verhindern und Verstärkung des Praxisbezugs während des Studiums
6. Erfahrungen besser wertschätzen und das Potenzial der Älteren verstärkt nutzen
7. Erwerbstätigkeit von Frauen stärken und den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern
8. Qualifizierte Zuwanderung gestalten und Integration fördern
9. Arbeitszeiten flexibilisieren
10. Qualifizierung stärken und mehr Chancen für Weiterbildung schaffen
11. Schaffung regionaler Transparenz auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt

Es gibt jedoch nicht DIE EINE Maßnahme, die geeignet ist, diese Herausforderung zu meistern. Vielmehr müssen die einzelnen Lösungsansätze parallel umgesetzt werden und ineinandergreifen. Nur so kann die Verfügbarkeit von unterschiedlich qualifizierten Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt sowie die passende Ausbildungsstruktur und -qualität am Standort weiterhin ein entscheidender Erfolgsfaktor im internationalen Standortwettbewerb bleiben.

              


Quellen:
(1) Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (2015): Erwerbsbevölkerung schrumpft und altert. demografie-portal.de.
(2) Bundesagentur für Arbeit (2012): Fachkräfte für Deutschland: Neue Wege zur Personalgewinnung.


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